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Millionen-Projekt für Tiefengeothermie in Sachsen

Wellen spüren Wärme auf

Lageplan des Messgebietes: Die 3D-Seismik erfolgt innerhalb des blauen Quadrats. Darüber hinaus wird es weitere Messungen innerhalb der Schlagkreise geben (Bild: LIAG)
Lageplan des Messgebietes: Die 3D-Seismik erfolgt innerhalb des blauen Quadrats. Darüber hinaus wird es weitere Messungen innerhalb der Schlagkreise geben (Bild: LIAG)
Wie holt man Erdwärme aus Jahrtausende altem Gestein? Dieser Frage gehen Wissenschaftler in Sachsen nach. Mit Hilfe moderner 3D-Seismik wollen sie dem Erzgebirge sein Geheimnis entlocken.

Die Kristallin-Gesteine des Erzgebirges sollen mit moderner 3D-Seismik bis in 5 km Tiefe „durchleuchtet" werden. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover (LIAG) hat dafür Forschungsmittel in Höhe von 5 Mio. Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eingeworben. Ziel ist es, zu erkunden, ob und wie die tiefe Erdwärme aus Kristallin-Gesteinen gewonnen werden kann.

Die 3D-seismischen Messungen sollen ein Abbild des Untergrundes liefern, um geeignete Ansatzpunkte für eine Tiefbohrung zur Geothermie-Gewinnung zu finden. Für die Wissenschaftler stellen die Kristallin-Gesteine eine besondere Herausforderung dar, weil sie sehr komplexe interne Strukturen aufweisen, die sich bislang einer deutlichen und zuverlässigen Abbildung durch seismische Verfahren entziehen. „Die Kristallin-Gebiete für die Tiefengeothermie nutzbar zu machen, wäre für diese Zukunftsenergie ein großer Schritt nach vorne", sagt Projektleiter Dr. Rüdiger Schulz vom LIAG. Die Seismik sei vielleicht der einzige Schlüssel für den Zugang zum Kristallin in der Tiefe. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik hofft, dass durch das Forschungsprojekt entscheidende Fortschritte auf diesem Gebiet der Seismik erzielt werden können. Dies gilt sowohl für die Messdaten-Aufbereitung wie auch für die Interpretation der gewonnenen Erkenntnisse. Sie wären dann nicht nur auf Kristallin-Gebiete in Deutschland wie beispielsweise den Bayerischen Wald, den Schwarzwald oder den Spessart, sondern auf viele geologisch ähnliche Gebiete weltweit übertragbar.

· Quelle: Bundesverband Geothermie

26.01.2012


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