- Die deutschen Präzisionswerkzeug-Hersteller freuen sich über das beste Jahr ihrer Geschichte. 2011 übertrafen sie mit einem Umsatz von 10,2 Mrd. Euro das bisherige Rekordjahr 2008.
Branche im Höhenflug
„Ich bin davon überzeugt, dass 2012 unser nächstes Rekordjahr wird", sagte Lothar Horn anlässlich der Jahrespressekonferenz des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA. Das gerade begonnene Jahr werde ein spannendes für die Branche, so der Vorsitzende des Fachverbands weiter. „Die Herausforderungen sind zwar groß, aber wir sind gut aufgestellt. Ein Umsatzplus von rund sieben Prozent sollte daher drin sein." Horn betonte, dass sich diese Zahl auf das bisherige Rekordergebnis des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres beziehe und damit bereits auf sehr gute Basiswerte.
2011 haben die deutschen Hersteller von Zerspanwerkzeugen, Spanntechnik, Mess-und Prüfmitteln sowie der Werkzeug- und Formenbau 10,2 Mrd. Euro umgesetzt. Das ist mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008, als der Branchen-Umsatz knapp über 10 Mrd. Euro lag. Gegenüber 2010 konnte die Branche ein Umsatzplus von 21 % erzielen. Als Gründe für den Erfolg nannte Horn drei Aspekte, denen sich die Branche seit jeher verpflichtet sehe: Innovation, Effizienz und Ergonomie. Die vierte wichtige Säule für den Erfolg seien die hochqualifizierten Mitarbeiten, deren Aus- und Weiterbildung für den künftigen Erfolg sehr wichtig sei. In diesem Zusammenhang sagte Horn: „Ich bin überzeugt: Der Standort Deutschland ist beste weltweit!"
Alle Teilbranchen haben sich laut Horn positiv entwickelt. lag die Auftragsreichweite 2009 noch bei 1,5 Monaten, so stieg sie bis Ende 2011 auf 2,6 Monate. Dabei haben die Produktbereiche Zerspanwerkzeuge sowie Spannzeuge insbesondere von den Produktionssteigerungen in der Automobilindustrie und im Maschinenbau profitiert. Ebenfalls eine rege Ordertätigkeit verzeichnete die Fertigungs-Mess- und Prüftechnik, die im Vergleich zu 2008 zur größten Steigerung aller vier Teilbranchen führte. Erstmals seit der Krise konnten die Hersteller von Formen und Umformwerkzeugen im vergangenen Jahr wieder ein Plus bei der Jahresproduktion verbuchen.
Besonders kräftig sind die Exporte der drei erstgenannten Teilbranchen gestiegen. Insgesamt verzeichneten die Hersteller von Präzisionswerkzeugen ein Plus von mehr als 20 % bei den Ausfuhren. Dabei stiegen die direkten Exporte nach China mit einem Zuwachs um 58 % besonders kräftig. Damit ist die Volksrepublik erstmals größter Einzelmarkt. Die Exporte in die USA zogen mit einem Plus von 17 % ebenso kräftig an, wie die Ausfuhren in die EU-Länder. Der Weltmarktanteil der deutschen Präzisionswerkzeug-Hersteller liegt laut VDMA zwischen 20 und 23 %. Der Welthandelsanteil sei in den letzten zehn Jahre sogar moderat gestiegen.
Auch bei den Importen nach Deutschland meldet der Verband einen Zuwachs von über 20 %. Hauptlieferland war dabei die Schweiz, gefolgt von Österreich, China und Japan, die in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Plätze 2 bis 4 lägen.
Als besondere Herausforderungen, die die Branche zu bewältigen habe, nannte Lothar Horn, der im Hauptberuf Geschäftsführer der Tübinger Paul Horn GmbH ist,
· die Rohstoffsituation, die nach wie vor große Unsicherheiten hinsichtlich Verfügbarkeit und Preisen berge,
· das schwelende Euro-Dilemma und Währungsunsicherheiten, sowie
· politische und wirtschaftliche Entwicklungen in fernen Ländern, etwa in Nordafrika.
