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Die Gewinner des ersten Preises, Prof. Dr. Thorsten Trupke (links) und Dr. Robert Bardos, am Prüfsystem für Solarzellen ihres Unternehmens BT Imaging (Bild: Leibinger Stiftung)

 

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Der Harvard-Professor Dr. Federico Capasso erhielt den Berthold Leibinger Zukunftspreis für seine Erfindung des Quantenkaskadenlasers
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Höchst dotierte Auszeichnung auf dem Gebiet der angewandten Lasertechnik

Leibinger Laserpreise 2010 honorieren exzellente Arbeiten

Besonders innovative Laseranwendungen oder Strahlquellen und die Menschen, die dafür stehen, prämiert die Berthold Leibinger Stiftung alle zwei Jahre mit dem Berthold Leibinger Innovationspreis. Vier Preisträger des Jahres 2010 wurden jetzt bei der Ditzinger Trumpf-Gruppe ausgezeichnet. Zum dritten Mal verliehen wurde auch der Berthold Leibinger Zukunftspreis. Er würdigt Wissenschaftler mit besonders wichtigen, aktuellen Forschungsarbeiten zur Lasertechnologie.

Fast auf den Tag genau 50 Jahre nachdem Theodore Maiman am 7. Juli 1960 seine Erfindung des Lasers verkündet hat, hat die Berthold Leibinger Stiftung zum sechsten Mal ihre Preise für Laserphysik verliehen. Der Preis ist die am höchsten dotierte Auszeichnung auf dem Gebiet der angewandten Lasertechnik. Die Jury besteht aus internationalen Laser-Experten, unter anderem dem deutschen Nobelpreisträger Prof. Dr. Theodor Hänsch.

„Geradezu explosionsartig hat sich in den vergangenen Jahren das Wissen über die Lasertechnologie vermehrt“, so Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Geschäftsführerin der Berthold Leibinger Stiftung. „Die exzellenten Arbeiten, die dieses Jahr für den Preis eingereicht wurden, sind der beste Beweis dafür.“ Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker aus acht Ländern in Europa, Nordamerika, Asien und Australien hatten sich mit 30 Arbeiten der Jury gestellt.

Der mit 30.000 Euro dotierte erste Preis ging an Prof. Dr. Thorsten Trupke und Dr. Robert Bardos aus Sydney (Australien) für laserbasiertes Verfahren zur schnellen und gründlichen Qualitätskontrolle in der Solarzellenproduktion. Mit Risikokapital gründeten die beiden 2007 in Surrey Hills bei Sydney das Unternehmen BT Imaging. Ziel war die Markteinführung eines selbstentwickelten laserbasierten Messverfahrens: Die laserstimulierte Lumineszenz in Silizium, ausgewertet von einem Kamerasystem in Sekundenschnelle. An deren Grundlagen forschte Thorsten Trupke schon, bevor er 2001 als postdoctoral fellow an die University of New South Wales kam. Seit 2004 ist er dort Associate Professor. 2004 kam auch Robert Bardos an das Centre of Excellence for Advanced Silicon Photovoltaics and Photonics an der University of New South Wales und die fruchtbare Zusammenarbeit der beiden begann. Als wichtigsten Markt betrachten sie die Photovoltaikindustrie, von den Herstellern der Silizium-Blöcke und -Wafer über die Produzenten der Solarzellen bis hin zu den Anlagenbauern der Solarzellen-Fabriken. Doch auch für die Mikroelektronikindustrie könnte die Technologie des jungen Unternehmens interessant sein. Denn das Verfahren der laserinduzierten Lumineszenz bietet eine schnelle in-line Qualitätssicherung der Wafer. Es kann Defekte in Wafern vor und nach einzelnen Bearbeitungsschritten feststellen und so schnell die Ursache von Defekten ermitteln. Das erhöht die Produktivität der Anlagen sowie die Qualität der Bauteile.

Der zweite Preis zu 20.000 Euro wurde zweimal vergeben: Professor Dr. Karsten König wurde für seine am JenLab und der Universität in Saarbrücken entwickelte Klinische Multiphotonen-Tomographie ausgezeichnet, mit der sich früheste Stadien von Hautkrebs durch Laserlicht identifizieren lassen; ebenfalls den 2. Preis erhielten Dr. Alexander Usoskin von Bruker HTS in Alzenau sowie Dr. Ralph Delmdahl, Dr. Kai Schmidt und Rainer Pätzel von Coherent in Göttingen. Ihre Arbeit befasst sich mit einer Methode, die die Großserienfertigung von keramischen Hochtemperatur-Supra-Bandleitern verbessert.

Der dritte Preis (10.000 Euro) ging an Professor Dr. Majid Ebrahim-Zadeh aus Barcelona/Spanien und honorierte dessen Entwicklung von Femtosekunden-Strahlquellen mit einem Wellenlängenbereich vom Ultravioletten bis zum Infrarot, mit der erstmals Laserlicht in allen Spektralfarben erzeugt werden kann.

Seit 2006 vergibt die Stiftung neben dem Innovationspreis auch den Berthold Leibinger Zukunftspreis. Dieser in erster Linie forschungsorientierte Preis (30.000 Euro) fiel auch in diesem Jahr auf einen Harvard-Professor: Dr. Federico Capasso erhielt diese Auszeichnung für seine Erfindung des Quantenkaskadenlasers. Dieser neueste aller Lasertypen erfasst unter anderem die Verteilung von Abgasen in der Atmosphäre. Nobelpreisträger Prof. Hänsch bewertete diese Technologie als „eine der vielversprechendsten photonischen Technologien der Zukunft“.

400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien feierten die vier Preisträger des Berthold Leibinger Innovationspreises und den Träger des Zukunftspreises. Unter ihnen: Der baden-württembergische Europaminister Professor Dr. Wolfgang Reinhart, Max-Planck-Präsident Prof. Dr. Peter Gruss, zahlreiche Rektoren und Wissenschaftler deutscher und internationaler Hochschule.
 

 

 

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