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Kostenloses Tool des ZVEI wurde bereits mehr als 7000 Mal geladen

Lebenszykluskosten-Berechnung hilft Energie sparen

Vor allem bei komplexen Projekten lohnt sich laut ZVEI-Vizepräsident Michael Ziesemer der Einsatz des Tools zur Berechnung von Lebenszykluskosten Bild: ZVEI
Vor allem bei komplexen Projekten lohnt sich laut ZVEI-Vizepräsident Michael Ziesemer der Einsatz des Tools zur Berechnung von Lebenszykluskosten Bild: ZVEI
Investitionen in energiesparende Technologien rechnen sich, so das Fazit des ZVEI, der seit einem halben Jahr ein kostenloses Berechnungs-Tool dafür anbietet. Allerdings müsse die Politik die Energieeffizienz stärker in den Fokus rücken als bislang.

„Energieeffizienz ist möglicherweise der größte Hebel für die Energiewende. Auf alle Fälle aber rechnen sich entsprechende Investitionen oft schon in wenigen Monaten", sagt Michael Ziesemer, Vizepräsident des ZVEI. Dabei greife es aber zu kurz, nur die Anschaffungskosten energiesparender Lösungen zu betrachten. Man müsse vielmehr die Lebenszykluskosten berechnen. Dafür bietet der ZVEI seit dem Frühjahr das gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte entwickelte Lifecycle Cost Evaluation Tool (LCE) auf seiner Webseite zum kostenlosen Download frei geschaltet. Dabei handelt es sich um ein betriebswirtschaftliches, herstellerneutrales Berechnungswerkzeug, das nicht auf bestimmte Anwendungen und Technologien beschränkt ist. Rund 7000 Mal ist das LCE-Tool seitdem geladen worden. Der ZVEI-Arbeitskreis „Energieeffizienz durch Prozessautomation" will nun noch Zusätze dafür entwickeln.

Den Nutzen des Tools bestätigt Martin Moos, Betriebsleiter der Abwasser Reinigungsanlage Bachwis in Fällanden/Schweiz. Er hat damit berechnet, dass nach einer Investition von 30 Mio. Schweizer Franken in eine Erneuerung der Klärwasser-Belüftung bis zum Ende der erwarteten Laufzeit von 15 Jahren 375 Mio. Schweizer Franken eingespart werden. Erreicht wird das durch die Umstellung der bisher zeitgesteuerten Belüftung des zu reinigenden Wassers auf eine Belüftung auf Basis von Messungen etwa des Sauerstoff- und Ammoniumstickstoffgehalts des Wassers. Zwar war die Anfangsinvestition höher und jetzt fallen mehr Servicearbeiten – etwa an Sensoren – an. Doch der verringerte Strombedarf, die verlängerte Lebensdauer von Motoren und anderen Einbauten machen sich bezahlt. Die Amortisationszeit des Umbaus beträgt weniger als drei Jahre.

Die Realpolitik des Bundes weist laut ZVEI allerdings Defizite hinsichtlich der Energieeffizienz auf. Andreas Kühnke aus dem ZVEI-Bereich Energie: „Es mangelt an der rechtlichen Umsetzung der Absichtserklärungen. Die Steigerung der Energieeffizienz muss Eckpfeiler der Energiewende sein." sk

14.11.2011


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