Die Energieeffizienz, das unbekannte Wesen
Die aktuelle IBM Verbraucherstudie „Global Utility Consumer Survey 2011" macht deutlich, dass viele Verbraucher mit den gegenwärtigen Informationen zu Energiethemen überfordert sind. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen dem aktuellen Wissenstand und Bewusstsein der Verbraucher und dem, was sie wissen müssten, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren oder von intelligenten Energieprodukten zu profitieren. Für die Studie wurden mehr als 10.000 Personen in 15 Ländern – darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Australien, Kanada und die USA befragt.
Mehr als 30 % der weltweit Befragten wissen nicht, wie hoch der von ihnen gezahlte Preis pro Kilowattstunde ist. Auch bei Themen wie Smart Meter oder Smart Grid herrscht Unkenntnis: Hier haben rund 60 % aller Befragten noch erhebliche Kenntnislücken.
Die Umfrage ergab auch, dass sachkundige Verbraucher aufgeschlossener sind gegenüber Veränderungen und neuen Entwicklungen. So bewerten 61 % der Befragten, die ein solides Verständnis von Energietechnologien haben, intelligente Zähler und Smart-Grid-Konzepte positiv, im Vergleich zu lediglich 43 %, die nur über minimale Kenntnisse verfügen. Auch hier sind deutsche Verbraucher vorne mit dabei: Insgesamt rund 59 % sind davon überzeugt, dass Smart-Meter-Technologien ihren Familien auf lange Sicht Vorteile bringen.
„Die Industrie hat zwar im Hinblick auf den Einsatz energiesparender Technologien große Fortschritte erzielt, aber diese Erkenntnisse kommen bei den Verbrauchern nicht richtig an. Außerdem steigen im Zuge der Energiewende und der damit verbundenen Preisdiskussionen das Informationsbedürfnis und die Preissensibilität der Kunden", sagt Jens Külper, verantwortlicher Partner Energy & Utilities der Unternehmensberatung von IBM. „ Unsere Untersuchung macht deutlich, dass in jedem Fall mehr Aufklärung notwendig ist. Die Menschen wollen Energie sparen, es muss ihnen aber besser erklärt werden, wie das geht und was dafür notwendig ist."
Einflüsse auf das Verbraucherverhalten
Die Vorstellungen und Erwartungen der Verbraucher haben sich in den vergangenen vier Jahren weiter verändert. Trotz der Bemühungen der Energieversorger, verbraucherfreundlicher zu werden, mangelt es in vielen Fällen jedoch an verständlichen Informationen der komplexen Zusammenhänge und an persönlichen Anreizen, den Energieverbrauch tatsächlich zu reduzieren oder dazu vielleicht auch den Versorger oder den Tarif zu wechseln.
Kombiniert man die aktuellen Ergebnisse mit weiteren IBM Untersuchungen und Erkenntnissen von Branchenexperten, kristallisieren sich bestimmte Faktoren heraus, die das Verbraucherverhalten maßgeblich beeinflussen:
Finanzielle Anreize sind nicht die einzigen Faktoren, die Konsumenten veranlassen, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Besonders junge Verbraucher treffen heute ihre Entscheidungen unter Berücksichtigung von Umweltaspekten. Für insgesamt 61 % der befragten Deutschen spielt das Geld die wichtigste Rolle bei ihren Energiesparbemühungen, für 53 % geht es hingegen auch um weniger Ressourcenverbrauch.
Ein Zuviel an Information allerdings überfordert und demotiviert den Kunden. Energieversorger sollten hier mit einfachen Tarifstrukturen und gut verständlichen Angeboten für die notwendige Klarheit sorgen. So sind Begriffe wie Smart Meter oder Smart Grid für 59 % der befragten Deutschen immer noch eher ein Buch mit sieben Siegeln.
Quelle: IBM
